Beschreibung
"Aber Melchisedek, der König von Salem, opferte Brot und Wein, weil er ein Priester Gottes, des Höchsten, war, / segnete Abraham und sprach: Gesegnet sei Adam von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat: / Und gesegnet sei Gott, der Höchste, der euch durch seinen Schutz eure Feinde in die Hände gegeben hat. Da gab ihm Abraham den Zehnten von all dem, was er genommen hatte". (Genesis, XIV, 18-20).
Mit diesen wenigen Zeilen erwähnt das Alte Testament fast flüchtig die Begegnung zwischen Abraham, dem berühmten Patriarchen der Bibel, und Melchisedek, dem König und Hohenpriester, von dem sonst kaum die Rede ist, außer in einigen kurzen Andeutungen.
Dennoch ist diese Episode wesentlich und wurde schon sehr früh mit dem Moment der Eucharistie in Verbindung gebracht, der die Erinnerung an das Abendmahl, den Höhepunkt des Neuen Testaments, wachhält. Aus diesem Grund wurde diese Passage vom Mittelalter bis in die Neuzeit so oft dargestellt.
Hier wird die Szene in einem Werk aus den Werkstätten der Leistenmacher von Aubusson wiedergegeben. Die Gegend um Aubusson war seit dem späten Mittelalter auf die Kunst des Webens spezialisiert, und diese Tätigkeit entwickelte sich bis zur Mitte des 17. Die Entscheidung Ludwigs XIV. im Jahr 1665, Aubusson zur königlichen Manufaktur zu machen, sollte das Zentrum zu einem der aktivsten in Europa in diesem Bereich machen.
