Beschreibung
A2c / „Une fille simple“ von La Compagnie à l’envers de soi, nach dem Roman von Joël Bastard – Inszenierung von Martine Sénéchal mit Sophie Pernette.
A2c / „Une fille simple“ von La Compagnie à l’envers de soi, nach dem Roman von Joël Bastard – Inszenierung von Martine Sénéchal mit Sophie Pernette – Bearbeitung von Samuel Jaudon
Myriam, genannt Manière, ist ein „einfaches“ Mädchen, wie man so sagt. Als Pflegehelferin in einem von Klarissen geführten Altenheim im Jura gewinnt sie die Sympathie des Personals und der Bewohner. Ihr Bedürfnis, geliebt zu werden, lässt sie sich den Launen von Jas, dem Gärtner, beugen. Von einem schrecklichen Geheimnis belastet, baut sich Manière ein Traumleben auf den Seiten von Zeitschriften auf, die man in den 1950er Jahren noch nicht „People-Magazine“ nannte.
„Die Menschen in den Zeitschriften haben Haare, die fast wie Licht aussehen. Sie haben viele Haare, wir hingegen haben nie genug davon. Wenn sie gehen, sieht es so aus, als würden sie dich tief in die Augen lieben.“ Der Autor: Wo andere – angesichts einer zerrütteten Kindheit und Jugend – in Traurigkeit, Tränen und Pathos versinken würden, konzentriert sich Joël Bastard auf die Lichtspalten und das Eintauchen in eine fast wilde Natur.
Er bemitleidet Myriam / Manière nicht. Er begleitet sie in ihrem Alltag, in ihren Zärtlichkeiten, in ihren Exzessen, in ihren hyperaktiven Gedanken, in ihren maßlosen Träumen und in ihren häufigen Rückblenden. Seine Zurückhaltung spiegelt jene diskrete, aber uneingeschränkte Empathie wider, die es ihm ermöglicht, im Mittelpunkt einer sehr fesselnden Erzählung eine Frau mit komplexer und liebenswerter Persönlichkeit zu platzieren.
„Ein großartiger Moment mit Manière, einem einfachen Mädchen“ von J.L. Pradines für Montceau News „(…) Die Darbietung der Schauspielerin Sophie Pernette in der Rolle der Myriam fand einhellige Anerkennung. Sie verkörpert die Figur von Anfang bis Ende auf außergewöhnliche Weise, ohne nachzulassen, ohne den Faden zu verlieren, und entführt den Zuschauer in den Schatten ihrer Geheimnisse. Das Bühnenbild und die präzise Inszenierung ermöglichen es der Schauspielerin, die Figur in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen und den Text von Joël Bastard zu vermitteln und zu veredeln.
Die stimmige und respektvolle Adaption von Samuel Jaudon, die treffende und präzise Inszenierung von Martine Sénéchal sowie die einfühlsame, kraftvolle und durch und durch gelebte Darstellung von Sophie Pernette machen diese Inszenierung zu einem wahrhaft großen Theatererlebnis, in dem Lachen und Emotionen mit Poesie und beunruhigendem Realismus einhergehen. (…)“
